KRANKHEITSBILDER – Geschlechtsorgane Rüde


Balanoposthitis / Entzündung der Eichel, des Penis und des Innenblattes der Vorhaut Rüden

Eine Vorhautentzündung (sogenannte Balanoposthitis) tritt bei nicht kastrierte Rüden sehr häufig auf.
Früher oder später erkrankt beinahe jeder nicht kastrierte Rüde ein oder mehrere Male an dieser Krankheit. In der Regel ist eine Vorhautentzündung nichts Ernstes, sie kann jedoch für Tier und Mensch sehr unangenehm sein.
Geschlechtshormone sorgen dafür, dass nicht kastrierte Rüden ihren Penis regelmäßig ausschachten. Hierdurch gelangen Bakterien aus der Umgebung unter die Vorhaut und können dort eine Entzündung auslösen. Meist werden solche Bakterien vom Körper selbst auf natürliche Weise abgetötet, sodass keine Entzündung entstehen kann.
Das Ausschachten beginnt bei Rüden nach der Geschlechtsreife, also meist in einem Alter von 6 bis 12 Monaten. Zudem ist bei manchen Hunden die Vorhaut zu weit geöffnet, sodass Bakterien sich schneller einnisten und zu Beschwerden führen können.
Wenn die natürlichen Abwehrkräfte des Rüden aus irgendeinem Grund nicht ausreichend sind, kann es zu einer Entzündung kommen. Während der Entzündung bilden sich Entzündungstropfen in Form von Eiter oder farbiger Flüssigkeit, die am Penis haften oder in seiner Umgebung abfallen.
Besonderes Letzteres sorgt dafür, dass die meisten Hundehalter schon bei geringfügigen Entzündungen schnell etwas unternehmen.
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Benigne Prostatahypertrophie / gutartige Vergrößerung der Prostata Rüden

Die benigne Prostatahyperplasie  (BPH) ist abhängig vom Alter des Hundes.
Unter dem Einfluss des männlichen Geschlechtshormons Testosteron  (Dihydrotestosteron) kann es zu einer Vermehrung und Vergrößerung der Drüsenzellen kommen. Gleichzeitig wird das Entstehen von Zysten im Gewebe der Prostata begünstigt, was eine erhebliche Vergrößerung dieses Organs nach sich ziehen kann. Vor allem Veränderungen im Hormonhaushalt bei alten Rüden können eine Hyperplasie der Prostata begünstigen.
Bei unkastrierten Rüden kann die Vergrößerung der Prostata ab dem siebten Lebensjahr beginnen. Zysten sorgen für einen Größenzuwachs der Prostata und damit auch für eine Zunahme von Problemen für den Patienten, die durch dieses Organ ausgelöst werden.
So werden die mit der Prostatahypertrophie verbundenen Schwierigkeiten ab dem neunten Lebensjahr für den Tierhalter offensichtlich. Wenn dann die Hypertrophie der Prostata stärker voranschreitet, werden auch die Symptome, wie beispielsweise Kotabsatzstörungen, offensichtlich, da die große Prostata den Enddarm plattdrückt und die Passage der Exkremente behindert. Dies führt zu einer abgeflachten, bandartigen Kotwurst, die durch ihre deutliche Verformung einen Hinweis auf die Erkrankung gibt.
Das häufige Abträufeln von gelblicher Flüssigkeit sowie blutigen Sekrets aus dem Penis kann auch einen Hinweis auf eine Erkrankung der Prostata geben.
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Präputialkatarrh Rüden

Ein Präputialkatarrh ist eine nicht entzündliche Reaktion, bei der eine übermäßige Menge an Smegma als gelbliche, scheinbar eitrige Flüssigkeit aus der Vorhaut des geschlechtsreifen Rüden tropft.
Der Präputialkatarrh ist sicherlich eine häufige Störung des Milieus im Bereich der Vorhaut.
Der Allgemeinzustand der Rüden ist jedoch nicht gestört. Dieser Ausfluss stellt eher ein hygienisches Problem für den Hundehalter da, zumal überall in der Wohnung das klebrige Sekret verteilt wird.
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Chronische Prostatitis / chronische Entzündung der Prostata Rüden

Die chronische Entzündung der Prostata verläuft in den meisten Fällen asymptomatisch.
Nach der akuten entzündlichen Phase durch Bakterien können diese sich dauerhaft in dem Gewebe der Prostata einnisten und zur chronischen Entzündung führen. Unter dem ständigen Entzündungsreiz vergrößert sich zunächst das Organ, wird dann aber fribrotisch.
Gelegentliches Bluttröpfeln oder Harnabsatzstörungen können einen Hinweis auf die Erkrankung geben.
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Vorhautkatarrh / Entzündung von Vorhaut und Penis Rüden

Ein Vorhautkatarrh beim Hund ist eine Entzündung von Vorhaut und Penis.
Sie kann bei Rüden jeden Alters auftreten. Ist der Hund aufgeregt, ängstlich oder sexuell erregt, schachtet er seinen Penis aus. Beim Zurückziehen werden Bakterien von außen eingeschleppt und diese wiederum können zu Entzündungen führen. Ein Hervortreten und Tropfen mit gelblich bis grünlich eitrigen Absonderungen aus seiner Vorhautöffnung veranlasst den Rüden vermehrt an seinem Penis zu schlecken.
Diese Infektion ist wie ein Kreislauf, resultierend aus einer sogenannten Tröpfcheninfektion und die Ansteckung ist dem entsprechend. Das heißt dass sich der Rüde sogar an seiner eigenen Markierung wieder anstecken kann.
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