KRANKHEITSBILDER – Geschlechtsorgane Hündin


Endometritis / Entzündung der Gebärmutterschleimhaut Hündin

Während der Läufigkeit ist der Muttermund, also der Eingang in die Gebärmutter geöffnet, damit die Spermien im Falle einer Bedeckung hindurch können. Leider gelangen auch häufig Bakterien aus der Scheide durch den geöffneten Muttermund in die Gebärmutter.
Nach der Läufigkeit verschließt sich der Muttermund wieder, um im Falle einer erfolgreichen Bedeckung die wachsenden Welpen zu schützen. Während der Wochen nach der Läufigkeit steht die Gebärmutter unter dem Einfluss des Hormons Progesteron, unabhängig davon, ob die Hündin trächtig ist oder nicht. Das Hormon bereitet die Gebärmutter auf die Trächtigkeit vor, d.h. die Schleimhaut wird dicker und bildet mehr Flüssigkeit. In dieser Umgebung können sich eingedrungene Bakterien besonders gut vermehren. So entsteht eine Endometritis.
Hormonstörungen, die entweder von der Hündin ausgehen oder durch Hormongaben (z.B. zur Läufigkeitsunterdrückung) verursacht wurden, können diesen Effekt noch verstärken.
Auch bei älteren Hündinnen, die wiederholt läufig waren, kann sich eine so genannte glandulärzystische Hyperplasie entwickeln. Das bedeutet, dass die Gebärmutterschleimhaut ständig verdickt ist und sich kleine Zysten in ihr bilden. Diese Hündinnen sind besonders anfällig für eine Endometritis.
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Mammatumoren / Tumore an der Milchleiste Hündin

Mammatumoren sind gut- oder bösartige Geschwülste an der Milchleiste der Hündin.
Junge Hündinnen sind von dieser Erkrankung in der Regel verschont. Sie tritt meist nach Überschreiten des siebten Lebensjahres und verhäuft bei alten Hündinnen (älter als 10 Jahre) auf.
Die Neubildungen treten entweder einzeln oder in Gruppen auf. Sie sind nichts anderes als Umfangsvermehrungen (Knoten) im Bereich der Milchleiste, die einen handballgroßen Durchmesser erreichen können. Sie sind eher derb – elastisch und die Oberfläche ist nicht glatt, sondern buckelig.
Auf Druck spürt das Tier in der Regel keine Schmerzen. Die Haut über den Neubildungen kann verschiebbar oder nicht verschiebbar sein. Zudem können Geschwüre auf der Oberfläche der Knoten entstehen, was oftmals ein Anzeichen für einen eher kritischen Tumor ist.
Das Allgemeinbefinden der Hündin kann selbst bei kleinen Neubildungen gestört sein, sie kann sich lethargisch und müde zeigen. Bösartige Tumoren tendieren zur Metastasenbildung (Metastasen =Tochtergeschwülste, die durch Übersiedlung von lebensfähigen Tumorzellen an einem anderen Ort entstehen) und wuchern vor allem in die Lymphknoten oder in die Lunge.
Andere Organe können genauso befallen werden. Die Prognose für bösartige Tumoren der Milchleiste ist als eher schlecht, für gutartige Neubildungen hingegen als recht günstig anzusehen.
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Ursache:
Bei einem Tumor handelt es sich um eine Entartung körpereigener Zellen. Begünstigende Faktoren für die Entstehung von Mammatumoren sind Übergewicht oder die hormonelle Läufigkeitsunterdrückung (mit den Hormonen Gestagen und Östrogen).
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Mastitis / Gesäugeentzündung Hündin

Eine Mastitis ist eine Entzündung des Milchdrüsengewebes.
Die Symptome einer Mastitis treten zumeist plötzlich auf. Die Milchleiste erscheint in Abschnitten oder in ihrer Gesamtheit verdickt, geschwollen und möglicherweise verhärtet. Beim Abtasten fühlt sich die Haut vermehrt warm an. Von den Zitzen kann eine eitrige Flüssigkeit abgesondert werden. In einigen Fällen besteht begleitend Fieber. Als Folge ist die Hündin abgeschlagen, lustlos und zeigt keinen Appetit.
Auslöser sind häufig bakterielle Erreger, die über die Zitzen oder in Ausnahmefällen auch über kleine Hautwunden in das Drüsengewebe gelangt sind und sich dort vermehren. Aus diesem Grund treten Entzündungen der Milchleiste häufiger während oder im Anschluss an eine Säuge-Periode auf.
Weitere prädisponierende Faktoren sind Hormonbehandlungen oder Scheinträchtigkeiten, die ebenfalls eine Aktivierung der Milchleiste zur Folge haben und daher das Eindringen von Keimen erleichtern.
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Pyometra / Gebärmutter-Entzündung / Gebärmutter-Vereiterung Hündin

Meist ist eine Gebärmutter-Vereiterung (Pyometra) bei der Hündin die Folge einer Gebärmutter-Entzündung.
Gegen Ende der Läufigkeit ist der Muttermund der Hündin noch geöffnet, sodass Bakterien über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangen können. Hier verursachen sie eine Entzündung.
Begünstigt wird dieser Vorgang durch den Einfluss bestimmter Hormone, die gegen Ende der Läufigkeit vorherrschen: Die Progesteron-Konzentration steigt, was dazu führt, dass sich der Muttermund der Hündin verschließt.
Darüber hinaus vermindert das Hormon Progesteron die Widerstandsfähigkeit der Gebärmutter-Schleimhaut gegenüber Bakterien und sorgt dafür, dass die Gebärmutter vermehrt Sekrete (Flüssigkeiten) bildet.
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Die Folge:
Die Bakterien vermehren sich und es entsteht eine Entzündung. Die Gebärmutter der Hündin füllt sich allmählich mit Eiter.
Eine Gebärmutter-Vereiterung kann auch entstehen, wenn die Hündin Hormone (Gestagene) zur Empfängnisverhütung oder zur Verschiebung der Läufigkeit erhält.
Auch begünstigen hormonelle Störungen, besonders Eierstock-Zysten, die Entstehung einer Gebärmutter-Vereiterung.
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Scheinträchtigkeit Hündin

Die Scheinträchtigkeit ist eine hormonell bedingte Verhaltensänderung der Hündin.
Die Hündin zeigt neben typischen Mutterverhaltensweisen auch körperliche Veränderungen, die auf Nachwuchs hindeuten, obwohl sie nicht gedeckt wurde.
Etwa ein bis drei Monate nach der Läufigkeit kann bei der Hündin eine Scheinträchtigkeit auftreten, da sich ihr Hormonspiegel geändert hat. Die Hündin fühlt sich als trächtig und zeigt starke Muttergefühle.
Typische Verhaltensweisen setzen ein, wenn die Hündin bei erfolgter Deckung normalerweise werfen würde (etwa 9 Wochen nach der Läufigkeit). Dazu gehören das Ansammeln von Spielsachen oder Stofftieren, die als Ersatz für die ausbleibenden Kinder dienen und bemuttert und beschützt werden. Typisch ist auch das Bauen von Nestern, um dem Nachwuchs ein Heim zu bieten.
Generell verhält sich die Hündin eher aggressiv und unruhig und zeigt vielfach verminderten Appetit. Die Symptomatik wird durch körperliche Veränderungen ergänzt. Die Milchdrüsen schwellen an und sind oftmals schmerzhaft. Sie produziert Milch, die häufig abgesondert wird. Es kann sogar zu einem Anschwellen des Bauches kommen. Zudem leckt die Hündin verstärkt ihren Genitalbereich um die Milchproduktion anzuregen.
Die Hündin ist in diesen zwei bis vier Wochen physisch und psychisch beeinträchtigt.
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Ursache:
Die Scheinträchtigkeit liegt in dem veränderten Hormonspiegel der Hündin in der Läufigkeit begründet.
Die „Erkrankung“ ist ein weitergegebenes Überbleibsel der Wölfe, den Vorfahren der Hunde. In einem Wolfsrudel wirft immer nur die Leitwölfin, die aber gleichzeitig Jagdaufgaben erfüllen musste. Durch die Scheinträchtigkeit konnten nicht trächtige Wölfinnen des Rudels beim Säugen des Nachwuchses mithelfen und dessen Überleben sichern.
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Vaginitis / Scheidenentzündung der Hündin Hündin

Bei einer Vaginitis handelt es sich um einer Entzündung der Vagina einer Hündin. Sie
tritt vor allem bei jungen Hündinnen auf und selten bei Hündinnen, die bereits Welpen geboren haben.
Das wohl auffälligste Symptom der Vaginitis ist der eitrige Scheidenausfluss. Die Menge des Ausflusses ist für jede Hündin verschieden. Ein weiteres Symptom ist der Juckreiz, der sich darin äußert, dass sich die Hündin wesentlich häufiger als gewöhnlich die Genitalregion leckt.
In manchen Fällen zeigen Hündinnen mit Vaginitis ein leicht gestörtes Allgemeinbefinden und es kann zu leichtem Fieber kommen. Die Vagina der Hündin erscheint gerötet und ist mit Schleim belegt (diese beiden Symptome lassen sich nicht mit bloßem Auge erkennen).
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Ursache:
Einige bakterielle Erreger verursachen die Vaginitis.
Die Erreger sind normaler Bestandteil der Scheidenflora einer Hündin. Die Krankheit bricht somit meist nur bei Hündinnen aus, deren Immunsystem geschwächt ist.
Daneben existieren einige Faktoren, die das Auftreten der Entzündung begünstigen. Dazu zählen eine unausgewogene Fütterung oder mangelhafte hygienische Verhältnisse. Infektionskrankheiten (bspw. Staupe) können ebenso Ursache der Vaginitis sein.
Zudem können die bei einer Entzündung der Gebärmutter austretenden Sekrete die Vaginitis verursachen.
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Zyklusstörungen Hündin

Wenn die Läufigkeit völlig ausbleibt oder ohne sichtbare Anzeichen (stille Hitze) verlaufende oder mehr als drei Wochen anhaltende (Dauerhitze) Läufigkeit bei einer gesunden, über ein Jahr alten, voll entwickelten Hündin.
Bei Zyklusstörungen ist die Gefahr von Gebärmuttererkrankungen erhöht, weil durch den Stress der Hormonschwankungen die körpereigene Abwehr geschwächt sein kann.
Ursachen für Veränderungen im Zyklusablauf können unter anderem Zysten, hormonelle Fehlregulationen, falsche Hormonbehandlungen, Missbildungen an den Geschlechtsorganen, Stress oder extreme Mangelernährung sein.
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